Grenzenlose Anerkennung für Kulturlandschaft an Saale und Unstrut

Der Nebel war erbarmungslos, er wollte sich am Morgen des 23. Oktober einfach nicht auflösen. Dank der lebendigen Beschreibung von Karl Büchsenschütz und Roland Thrän, beide  vom Förderverein Welterbe, konnten sich 25 Wissenschaftler und Praktiker aus Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei dennoch sehr gut in die Landschaft rings um das Kloster Zscheiplitz hineinfühlen. Die Bewahrung der Kulturlandschaften steht auch im Mittelpunkt des EU-Projektes „Vital Landscapes“ (dt. Lebendige Landschaften), in dessen Rahmen die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mit Landesheimatbund und internationalen Partnern innovative Formen der Bürgerbeteiligung und der Visualisierung erprobt.

Die zukünftige Entwicklung unserer Regionen und somit auch unserer Kulturlandschaften ist in besonderer Weise vom Engagement der Bevölkerung vor Ort abhängig. Als Beispiel der Regionalentwicklung „von unten“ fuhr die internationale Exkursionsgruppe von Zscheiplitz nach Hirschroda zum Hofladen der Familie Berbig. Die Herrichtung des Gebäudes wurde mit LEADER-Mitteln ko-finanziert. Anwesend war auch Ortsbürgermeister Arno Krause, der passend zur Mittagszeit die Reisenden dazu ermunterte, sich selbst davon zu überzeugen, was die Berbigs am besten können: Es gab Wurst in verschiedensten Variationen, die nicht nur verspeist wurde sondern auch auf Reisen ging. Die Rundfahrt durch den Naturpark endete beim Landesweingut Kloster Pforta, wo Christian Kloss eindrucksvoll die Bedeutung und Verantwortung seines Betriebes und seiner Winzerkollegen für das Landschaftsbild und das Selbstverständnis einer ganzen Region beschrieb.

Der Nebel hatte übrigens auch sein Gutes. Die Neugier auf bisher nur Erahntes aber nicht Gesehenes ist so groß, dass viele anwesenden Experten ihre baldige Rückkehr ankündigten.

22.10.2020
© Vital Landscapes, Große Diesdorfer Str. 56/57, D-39110 Magdeburg